Was ist Schach und warum sollte man es lernen? Das wunderbare Schachuniversum, eine eigene Welt aus 64 Feldern und 32 Figuren

Die Geschichte vom Schach

Schach ist ein streng logisches Spiel mit eigenen Gesetzen. Doch ein paar Geheimnisse behält es doch für sich, zum Beispiel seine Entstehung. Historiker nehmen an, dass es zwischen 500 und 100 vor Christus in Indien entwickelt wurde. Doch ganz genau lässt sich das nicht belegen.

Ganz gesichert ist dagegen die Erkenntnis, dass dieses Spiel in Persien seinen Namen erhielt. Das Wort Schach leitet sich ab vom Wort Schah, dem persischen Namen für Könige.

Zu uns kam das königliche Spiel dank der Araber, sie brachten es über Nordafrika nach Spanien. Die erste geschichtliche Erwähnung in Deutschland bekam es im höfischen Abenteuerroman „Ruodlieb“. Die richtige Erfolgsgeschichte des Schach begann im Jahr 1300, denn ab dieser historischen Epoche wurde Schach nicht nur in adligen Kreisen gespielt, nun interessierten sich alle Schichten der Bevölkerung für dieses faszinierende Brettspiel.

Nach den heutigen Regeln wird allerdings „erst“ seit circa 450 Jahren gespielt. Das wird unter anderem belegt durch eine Sammlung von 150 Schachaufgaben, die im Jahr 1497 herausgegeben wurde. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts verlagerte sich der Fokus in der Literatur auf die Theorie der Schacheröffnungen. Und erst am Ende des 18. Jahrhunderts begann das Schachspiel allmählich, zu einem internationalen Turniersport zu werden.

Die Faszination Schach

Schach bietet schon 729 verschiedene Möglichkeiten in den ersten drei Zügen!

Die Faszination des Schach liegt sicherlich auch darin, dass die Optionen zum Gewinnen aus ganz verschiedenen Möglichkeiten resultieren können. Ein massiver Einsatz von Figuren auf engstem Raum kann ebenso zum Sieg verhelfen wie eine zahlenmäßige Überlegenheit auf dem ganzen Feld oder ein positioneller Vorteil. So bleibt jede Partie bis zum Ende höchst spannend!

Beim Schachspiel geht es auch darum, Muster in der jeweiligen Aufstellung der Figuren zu erkennen. Aus diesem Wissen leitet der Spieler den bestmöglichen nächsten Zug ab. Psychologen schätzen übrigens, dass ein guter Profispieler bis zu circa 100.000 dieser Figurenmuster mental abrufen kann! Daran zeigt sich, wie immens die Leistung einer menschlichen Datenbank – genannt Gehirn – sein kann!

Auch jenseits der Kindheit verhilft das strategische Spiel der Könige zu einer immensen Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit. Ganz schnell ist man beim Brett vertieft in die verschiedenen Gedankenkonstruktionen über Muster und Chancen. Denken macht Spaß, man verliert sich mental in Strategien und Kombinationen und merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht! Auch Anfänger bei diesem Spiel erleben sehr schnell, wie sich plötzlich ihr räumliches Denken verbessert. Denn hier werden ganz neue Areale im Gehirn gefordert, dabei werden ganz neue Verbindungen zwischen den Synapsen gebildet.

 Barbara Alt

 

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